Oración nº1726289
Epikur pflegte zu sagen: „Ich fürchte den Tod nicht. Wenn es der Tod ist, bin ich nicht; wenn ich bin, ist es nicht der Tod.“
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Epikur vertrat die Auffassung, daß der Mensch mit dem Tode vollständig verlösche.
Und wie findest du diese Formulierung?
Ist der Tod da, bin ich es nicht. Bin ich da, ist der Tod es nicht.
Verstanden habe ich es so: Wenn mich der Tod ereilt, so bin ich nicht mehr, daß ich ihn fürchten müßte: ich bin durch ihn verloschen. Bin ich aber noch, so war es nicht der Tod, der mich ereilte.
„sein“ ist hier als Vollverb gemeint (wie in „Ich denke, also bin ich“).
Wie dem auch sei — Dein Vorschlag scheint es nicht so ganz zu treffen. Das klingt ein bißchen nach Versteckspiel („Wenn der Tod hier ist, bin ich woanders“), was ja nicht die Aussage sein soll. Worauf sich das „es“ bezieht? Wohl auf etwas nicht Erwähntes, das einen befällt.
Aber glücklich bin ich mit dem Satz wie gesagt nicht. Das heißt, ich bestehe überhaupt nicht darauf, daß er so bleiben soll. Wenn Du also weitere Vorschläge hast, laß sie mich vernehmen. ☺
Ich werde auch noch ein bißchen darüber grübeln.
"Ist der Tod da, bin ich es nicht. Bin ich da, ist der Tod es nicht."
Dasein im Sinne von Existenz. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt bin ich, Epikur, entweder lebendig oder tot, existent oder nichtexistent. Mein Existenz als lebendiger Mensch und die Existenz meines Nicht-Lebens (oder mit anderen Worten der Zustands des Totseins) können keine zeitliche Schnittmenge haben. Der Zeitpunkt der Zeugung und der Zeitpunkt des Todes sind die Grenzsteine, die beide von einander trennen. Da ich somit den Zustand des Todes weder erleben, noch erfahren kann, gibt es nichts was, an diesem Zustand für mich schrecklich sein könnte, was ich fürchten könnte.